Bei Tommy angekommen staunte ich kurz, weil ich mir ihn erwartete, aber da stand ein Rudel, ein schwedisches, und binnen ein paar Sekunden war mein Bus vollgeladen mit lauter Leuten die einen komischen Norrbottnisk Akzent sprechen. Er hat eingeladen. na gut, wir fuhren den Fluss ca. 1 mil rauf (11 km) haben das Auto dort geparkt und sind auf die Bretteln gehupft.
Der Fluss bei Kamlunge hat seine grösste Stromschnelle (= Fors), dort is er nicht (mehr) gefroren. Dort musste man am Rand laufen, neben dem abgebrochenen Eis, das immer noch ca. 80 cm dick war. Wo de Älv ruhiger fliesst ist er ganz bedeckt, da kann man quer druebergleiten. Hie und da sieht man finnische Eisfischer, die kommen zuhauft her, warum weiss keiner so genau, hmmm Finnen halt, die machen immer wieder komische Sachen. Jedenfalls sind wir sehr gemuetlich den fast gefällelosen Fluss entlang gegleitet,haben immer wieder pausiert, das schöne Relief bewundert, Fotos gemacht, getratscht. Gustaf, Tommys Freund, war mit uns unterwegs, ein klasser kerl, vom Aussehen her "der" Schwede, hat auch viele Tipps gegeben was man hier mit einer freien Woche anstellen kann in der Natur. 11 km zahen sich mehr als ich gedacht hab, und wir waren gegen Mittags unterwegs, wo die Sonne schon hoch oben steht mittlerweile. Das soll nicht bedeuteten dass es gerade warm is, obwohl ich jetzt schon einmal nur mit T-Shirt einkaufen war, hab mir dabei aber komische Blicke der Eingeborenen eingefangen. Also warm isses nicht gerade, aber die Sonne taut den Schnee auf und man sinkt ein bissl ein beim Langlauf, selbst ich federgewichtiges Zniarchtl, und das macht den Langlaufschritt um einiges besvärliger. Und, unter der warmen Winterjacke kommt manch zweifelhafter Tropfen aus den Poren, wenn man zuviel Gewand am Leibe hat. Aber irgendwann waren wir dann da, verschwitzt, aber gluecklich und auf einer Halbinsel im Fluss, die man nur im Winter mit dem Auto erreicht, im Sommer isses zu sumpfig, da wohnt Kalle. Kalle scheint nicht mehr zu besitzen als eine grosse alte Brennholzsaege, mit eingebautem "Gliamer", ein kleines altes Häueschen, eine riesige Zahnluecke, eine grosse Kaffeemaschine und ein riesiges Waffeleisen. Er ist ein Freund zu Tommy und Gustaf. Wir sind also hin, haben die Brennholzsaege bewundert, Kaffee getrunken, Waffeln geschmatzt und ueber Hermann Maier gesprochen. War sehr nett, wenngleich ein wenig schräg.
Es sind schöne Bilder geworden, von einem schönen Nachmittag.
Diese Woche Montag hatte ich frei nach dem Nachdienst, es war so warm, ich hab mit Jesper meine erste kleine Radtour gemacht. Es staubt leider vom Winterstreusand auf den strassen, aber sonst geht das radlen schon recht klass. Am Weg haben wir gleich ein älteres Pärchen getroffen, die uns gestoppt haben, weil sie meinten dänisch vernommen zu haben. Waren nämlich auch Dänen. Dänen gibts nicht viele, und Dänen helfen Dänen wenn sie Dänen irgendwo in der Welt treffen. So ist das mit denen. Denanen Dänen wollten gleich mit Jesper tratschen. Haben uns nette Geschichten erzaehlt, wahrscheinlich, hab ja nur ein bisl verstanden. Sie haben uns auf ein Öl eingeladen, aber wir wollten weiterradeln, also vielleicht ein ander Mal. Wie auch immer, Dänen luegen nicht!!
Mit dem Radl bin ich jetzt auch immer mehr in Kalix unterwegs, so auch vorgestern, wo mich ca. 4 Meter vom Haus entfernt ein Schneesturm ueberraschte, der natuerlich just vorbei war als ich bei Gina ankam, bösartiges Wetter. Also damit will ich sagen, man scheint hier zu wissen, dass obgleich der warmen Temperaturen mit Sonne hier der Winter noch lange nicht zu Ende ist.
So, endlich einmal ein Spitalfoto...
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