Montag, 12. Februar 2007

Brändön Traumakurswoche

Nun hab ich seit langem wieder zum ersten Mal Zeit über das zu berichten was ich in den letzten
Tagen so durchgemacht. Komisch, irgendwie hab ich das volle Mitteilungsbedürfnis hier, krieg ja auch nette Rückmeldungen. Weils eben ganzschön viel war was ich da so gemacht hab, werd ich zusammenfassen. Also fad wird ma da bestimmt ned! Ich war also eine Woche mit meinen 3 Kolleginnen, die mit mir gemeinsam begonnen haben (Malin und Sara aus Kalix, Gerda aus Odense, Dan), 1 Woche am Meer bei Luleå (in Brändön) und da wurde alle neuen AT Ärzte in Norrbotten einquartiert und eine Woche Notfall unterrichtet und getrillt. Es war echt ermüdend, von 7 in der Früh bis tlw um 9 auf d'Nocht. Wir 4 hatten gemeinsam eine Stuga(Hütte) und im Haupthaus gabs Vorträge, Stationen mit Übungen, Essen, Kurs eben. Am Abend war ich immer wie gerädert, aber da will man natürlich auch nicht schlafen gehen und so hab ich mit den männlich Kollegen hier, die, die sich schon bald als brauchbare Schmähbriader - wenn auch Schweden vom Gemüt - herausgestellt haben, noch gewisse Sachen angerissen, entw. Bastu (Sauna) oder halt quatschen. Am nächsten Tag in der Früh isses dann immer schwer gewesen, aber auch da war ich brav - siehe unten. Der Kurs hier war von einer Professionalitet und Kvalitet wie ichs noch nie erlebt hab. Wir haben so gute Vorträge und -tragende gehbat, dauernd sind neue Fachleute von überall hergekommen, wir haben höchst realistisch mit Schauspielern geübt, die uns echt als dramatische, erstickende, raufende usw. Patienten begegnet sind, und meine Nerven manchmal ziemlich geprüft haben. Super! Bestens durchdacht, selbstkritisch, von früh bis spät motiviert und motivierend, fachlich, nur positive Kritik. Toll! das mit der positiven Kritik haben wir dann am Schluß ein bissl negativ kritisiert, weil es manchmal echt gut is zu hören was ein Schas war und was net. Schweden halt.
Wir haben ein tolles Ambiente gehabt, ein gutes Hotel, wo auch viele andere große Seminare stattfinden. Abends haben unsere Lehrer teilweise mit uns echt freundschaftlich Bier in der Sauna getrunken und Schmäh gführt, am nächsten Tag gings strikt weiter. Am letzten Abend haben die dort eine kleine Bastustuga (Saunahütte) mit Holzofen auf Kufen aufs Meer rausgezogen, ein Loch ins Eis gesägt und wir haben Bastugebadet und sind ins Eismeer gehüpft! Das war das ultimative Gefühl von Winter, Extreme, Gemütlichkeit, Abenteuer, Leiwandheit, Exotik und Lappland! Ein Foto hat die Gerda davon gemacht, dieses wird folgen!
Die Woche hat mir insgesamt schon ein bisschen die Angst vor den Diensten auf der Akutstation genommen, wo ich faktisk der einzige Arzt im Spital bin, der absolut alle Notfälle entgegennimmt. Wir haben dort echt gut geübt, obwohl es natürlich immer noch tasend Sachen gibt, die ich lernen und üben muß. Aber es war ein weiterer Stein einer guten guten Ausbildung hier im rauen Norden.
Daheim hatte ich gleich einen Dienst gemeinsam mit einer erfahrenen Ärztin und der hatte es in sich: Hirnblutung, Schlagerl, Pneumothorax, eine ausgerenkte Hüfte hab i reponiert, eine Todesfestellung und ein akutes und leider letales Lungenödem. Es ist echt spannend.
Am Samstag war ich, wie man auf den Bildern sieht, noch mit Agnes und Jesper (Gerdas Freund, der das unverständlichste dänisch spricht das man sich vorstellen kann. Klingt so wie wenn man sich nach einer Flasche gutem Schmankerlschnaps einen dicken Erdäpfel in den Mundsteckt und dann gebrochen schwedisch spricht. Auch das ist spannend.)
Dieses Langlaufen war auch eine Leiwandheit! Von Kalix ausgehend eine 10 km Loipe durch'n Wald, über Seen und Wiesen in einer absoluten Traumlandschaft voll Ruhe und Sauberkeit, die einen wirklich schon nach 300 m vergessen lässt wo man eigentlich ist. Es ist dieses Langlaufen echt fantastisk! Nur diese beissenden 20 Grad haben mir am Ende der 3 Stunden wieder weisse Finger und Zechen beschert was eher unspannend war. Insgesamt hatte ich eine tolle Zeit mit viel Info und Erlebnissen und verspüre einen chronischen Zeitmangel, und das obwohl ich bei weitem nicht so viel lerne am Abend wie ich sollte.
Jetzt sind noch Francoise und Jean Francois aus (Onkel und Tant' aus Frankrike) zu Besuch, was nett is aber mir auch nicht grad mehr Zeit schenkt. Scheiss Hackeln! a wenns leiwand is!
Also: Leiwand is!!
Ps: Danke für die Mails, aber nur an die die geschrieben haben, ich konnte noch nicht antworten, werd mi aber bemühen!
d














Saunahütten in Brändön, die man für einen Abend mieten kann.















Das war unsere Stuga, die Kalix-Mafia















stolze -32° am Morgen - zisch !!















der Blick vom Haupthaus aus















Meine Kollegin Sara hat einen starken Bewegungsdrang und den konnten wir während des Kurses nur schwer befriedigen. Wir haben ja nur gelernt, gegessen, Kaffeepause gemacht.. den ganzen Tag.Da haben wir beide beschlossen um 6 aufzustehen und in der Früh eine 3/4 Stund hastig zu spazieren. Laufen war nicht möglich, es war einfach zu kalt, auf dem Foto da hat es -28° und man kann ihre gefrorenen Gesichtsteile sehen. War echt gut was zu tun in der Früh!
















Vor der Anlage am offenen Meer stehen so große Sami-Zelte, die man als Restaurant mieten kann, da werden tolle Tische aufgedeckt, mit Kerzenlicht und bestem Essen: 170 Eur pro Person... Wir sind in der Mittagspause mal hinspaziert um zu bewegen und dort hats einen lustigen Schmäh gegeben....

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