Ein bissl möcht ich auch über das berichten was ich eigentlich hauptsächlich tu, nämlich im Spital sein. Also ich arbeite jetzt für 5 1/2 Monate auf der Kirurgi. Da sieht ein Tag so aus, dass man in der Früh sich im Röntgenkammerl trifft und ein Radiolog sitzt am Computer und beamt die Bilder der letzten 24 Stunden an die Wand und diese Bilder werden besprochen. Danach geht man auf die Kir.-Abteilung und verteilt dort die neu-eingelegten Patienten auf die Doktoren und danach, der wichtigste Teil der Morgenbesprechung, holt man sich einen Kaffee von dem großen Kaffeekocher am Gang (ev. ein Brötchen von Pat. Frühstückstisch) und in einem großen Raum mit 2 herrlichen Couchen spricht man über Sachen, die vielleicht nicht immer nur mit der Arbeit zum tun haben. Schon auch dienstliches, aber eher weniger um bestimmte Pat. Mehr so organisatorsches, oder eben nur Schmähführ'n.
Danach ist man entweder auf der Akuten und ist da für alle frischeingelieferten Pat, oder man geht mit und assistiert im OP, oder man geht mit auf die underläkarmottagningen (Unterärzteabteilungen) wo ein AT-Arzt wiederbestellte Patienten zur Nachkontrolle trifft und beurteilt. Zwischendurch tut man auf der Abteilung Arztbriefe diktieren und Rezepte schreiben, das heisst, den Aufenthalt des Pat zusammenfassen und ev. Kontrollbesuch planen etc. Manchmal hat man eben auch Samjour, das bedeutet, nix um 4 heimgehen, sondern, man bleibt als einziger Arzt im Spital bis morgen früh und ist zuständig für alle akuten Patienten auf der Notaufnahme (erste Beurteilung und Akutbehandlung und Aufnahme oder Heimschicken) und auch alle Probleme der eingelegten Pat auf den Med. und Kirug. Abteilungen. das ist spannend... !!
Im Falle eines instabilen oder eben äusserst gefährdeten Pat kann man einen Narkosearzt oder einen Kirurgen oder einen Mediziner anrufen, die Bereitschaftshintergrunddienst haben.
Es ist toll hier, dass man einfach nicht mehr herumstehender, unnötiger Student ist, sondern gebrauchter, akzeptierter und respektierter Teil des Ganzen, der zum Funktionieren benötigt wird. Es ist ein schönes Gefühl wenn einem das Vertrauen entgegengebracht wird, das man von mir erwarten kann, und dadurch dass man etwas von mir erwartet, muss ich es auch können, oder sollte mich bemühen es bald zu können. Ein Beispiel: ein Pat wird auf der Notaufnahme eingeliefert und es geht ihm sichtlich schlecht und die Schwestern, die sich gut auskennen, sehen dass vielleicht das eine oder andere Medikament angebracht wäre und fragen mich ob sie ihm das spritzen dürfen. Hm! Dadurch dass eine Antwort erwartet wird, und sie, wenn sie schon fragen, das auch wirklich geben wollen, muss man auch eine Antwort parat haben, und sei es nur: Ich werd darüber nachdenken... Das bedeutet ich muss das nachlesen was ich nicht weiß und keine Wischi Waschi Antwort geben, sondern eine klare eindeutige. das Nachschlagen eines Medikaments, das verantwortlich-dafür-seiende-Anordnen dessen, und die Beobachtung der Reaktion hat einen derartig hohen Merkgehalt, gewaltig. Dadurch dass die Antwort einen sofortigen Effekt auf den Pat hat, ist gründlich zu studieren was man gibt, und das merkt man sich sehr gut. So lernt man Medikamente wirklich, durch anwenden. Und so wird das Wissen mehr und mehr und wenn man glaubt ur viel bereits zu wissen,holt einen der nächste Pat wieder unsanft auf den Boden der Realität zurück und zeigt einem, dass es noch unheimlich viele Sachen zum nachschlagen und einspeichern gibt. Naja, jedenfalls ist es schön von einer erfahrenen Schwester etwas gefragt zu werden, und das Gefühl zu haben, das einen nicht zuviel und nicht zuwenig Vertrauen und Verantwortung widerfährt, die einen wachsen lässt. Mich eher in die Breite, weil dieses ständige Jausnen hier, schrecklich, aber ich wachse...
Und das nächste was hier so unglaublich leiwand ist, ist der viele Kontakt mit Pat. Man sieht als einziger Arzt einen Pat. und berichtet diesen an den Oberarzt und er entscheidet dann weiteres. Nur, der hat als Infogrundlage nur das, was ich am Pat. untersucht hab. Das heisst, dass meine Untersuchung ausschlaggebend ist dafür, ob der Pat gut oder ungut behandelt wird, oder richtigerweise heimgschickt wird oder lebensgefährlicherweise... Einfach sehr viel Pa.kontakt,der auch Übung gibt. Besonders, wenn 3 schlechtbeisammen pat gleichzeitig kommen ist der Lerneffekt groß!
Natürlich gibts in Norrbotten auch Einsparung und solche Sachen und dadurch wird sich ab April viel verändern hier, am Dienstemachen usw. man wird sehen was das bedeutet. Jedenfalls hab ich 13.März meinen ersten allein nachtdienst und davor schon die Hosen ein bissl gefüllt, aber ich freu mich darauf, nix wie durch!
Naja, bis dahin genieß ich die spärliche Freizeit mit dem was ihr bisher so gelesen habt, morgen gehts zu IKEA...
Gute Nacht
When Are Watermelon Radishes In Season
vor 2 Jahren
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